Von Großschönau auf den Tollenstein

Wegstrecke:
Großschönau Grenzübergang-Bahnhof Warnsdorf (Varnsdorf) 1,5 km Bahnfahrt: Varnsdorf-Jiřetin pod Jedlovou 6,0 km
Wegstrecke: Bahnhof Jiřetin Kreuzberg, Tannenberg, Tollenstein und zurück bis Bahnhof Jiřetin
Entfernung ca. 10 km
Gesamtdauer der Wanderung: 6–7 Stunden
Höhenangaben: Großschönau Reiseeck= 328m
Doln Podluži= 370m
Kreuzberg= 562m
Tannenberg= 774m
Tollenstein= 670m



Wir beginnen unsere Wanderung am Reisebüro „Reiseeck Großschönau“ unmittelbar am Grenzübergang Großschönau/Varnsdorf und nutzen die Žitavska (Zittauer Straße). Diese ist gelb markiert. Wir gehen einen Kilometer geradeaus bis zum ehemaligen Hotel „Sport“. Hier biegen wir nach links ab und erreichen nach ca. 400m den Bahnhof in Varnsdorf. 


Zugabfahrten in Richtung Jiřetin pod Jedlovou sind z. Zt. 8.07 Uhr bzw. 10.07 Uhr und kosten einen Betrag (einfache Fahrt) 10 Tschechische Kronen = ca. 0,37 €. Bei Gruppenfahrten ab 5Personen verringert sich der Betrag. Kinder bis 6 Jahre fahren kostenlos. Die Fahrtdauer für diese Strecke beträgt 9 Minuten. Rückfahrkarte (Zpatecni) ist zu empfehlen. Rückfahrten ab 15.35 Uhr zu jeder vollen Stunde. 

An der dritten Haltestation in Jiřetin beenden wir die Fahrt. Diese Station liegt noch auf dem Territorium der Ortschaft Dolni Podluži (Niedergrund). Wir verlassen das Bahnhofsgebäude und begeben uns auf der Straße in die rechte Richtung (grüne Markierung) an der wir nach 100m auf die Transitstraße Nr.9 Neugersdorf/Rumburk weiterführend nach Ceska Lipa und Prag gelangen. Die Entstehung dieser wichtigen Handelsstraße wird bereits im 9./10. Jahrhundert erwähnt . 

An dieser Stelle befinden wir uns an der Grenze der beiden Ortschaften Dolni Podluži (Niedergrund) und Horni Podluži (Obergrund). Nun gehen wir ca. 100 m in die linke Richtung auf dem Fußweg bis zur nächsten etwas versetzten Kreuzung und überqueren an dieser Stelle die Straße. Unmittelbar hinter dem Kiosk folgen wir weiter der grünen Markierung und wandern die Straße bergan in das Städtchen Jiřetin pod Jedlovou (Sankt Georgenthal). Auf den ersten Metern dieses Weges erblicken wir bereits den Kreuzberg mit seinem Passionsweg und der Wallfahrtskapelle, die auf dem Gipfel dieses Berges steht. 

Ebenfalls der Tannenberg (Jedlová) mit Aussichtsturm und Sendemasten sowie die Burgruine Tollenstein (Tolštejn) haben wir im Blickfeld. An der Hauptstraße angekommen biegen wir rechts ab und folgen dem Hauptstraßenverlauf bis zum Marktplatz. Vor uns liegt die im Renaissancestil erbaute Dreifaltigkeitskirche an der wir an der rechten Seite beginnen den Berg in der Ortschaft hinaufzusteigen. Hinter einer Rechtsbiege gelangen wir an den Waldrand des Kreuzberges (Križova Hora), wo wir nach wenigen Metern den Passionsweg mit seiner vorab beginnenden monumentalen Treppe sehen. Oberhalb dieser Stufen befindet sich eine Szene aus dem Garten Gethsemane mit dem knienden Christus, einem Engel mit Kelch und den schlafenden Aposteln. Die hier gesehenen Statuen stammen aus dem Jahre 1764. Wir steigen langsam bergan und betrachten die 11 Stationen, die den Leidensweg Christi nachempfunden wurden. Ist der Aufstieg geschafft, steht vor uns die Kreuzbergkapelle von 1783, die nach mehreren Umbauten auch den Turm später bekam. Daneben rechts ein Brunnen sowie eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria. Hinter der Kapelle befindet sich eine kleine Rokokokapelle, die das Heilige Grab beherbergt, deren Inneres man besichtigen kann. Nun verlassen wir den Kreuzberg und begeben uns, vorbei an einer Schranke, geradeaus (ohne Steigung) in Richtung Tannenberg (Jedlova). 

Ca. 200m hinter der „Pfeifferbaude“ (Pfeifferova Bouda) biegen wir rechts ab und steigen auf der rechten Seite des Skihanges den Berg geradeaus hinauf. Nachdem wir den Querweg erreicht haben, wandern wir rechts weiter.Eine wunderschöne Aussicht erwartet uns nach einigen Metern auf der westlichen Seite unterhalb des Gipfels. Berge der Sächsischen Schweiz, sowie des Erzgebirges kann man deutlich erkennen. Blicken wir nach links, ist der Gipfel des Tannenberges in naher Sicht. Wir gehen noch einige Meter bis zum Rastplatz und biegen den asphaltierten Weg, der uns direkt auf den Gipfel führt, nach links ab. Mit viel Mühe der letzten Meter Weg sind wir auf dem Gipfel angekommen. Hier erwartet uns der Blick auf das gesamte kleine Gipfelplateau, der Tannenbergbaude, des Aussichtsturmes, der Sendeanlagenund rechts davon des Schillerdenkmales, das von verschiedenen Gebirgsvereinen Nordböhmens im Jahre 1905 anlässlich des 100. Geburtstages des Dichters Friedrich Schiller errichtet worden ist. Ein Besuch der Gaststätte ist zu empfehlen, da diese nicht nur Erfrischungen bereithält, man kann auch gemütlich, gut und preiswert speisen. Nach der Stärkung ist es eine ungeschriebene Pflicht, den renovierten Turm zu besteigen. 

Bei einer guten Fernsicht kann man beispielsweise Berge des Riesengebirges, des Böhmischen Paradieses, des Böhmischen Mittelgebirges, der Sächsischen Schweiz, des Erzgebirges, Berge des Bautzener Vorlandes und natürlich fast bei jeder Sicht , die Berge des Zittauer Gebirges, sehen. Die Eintrittskarte, die für die Besteigung des Turmes benötigt wird, ist in der Gaststätte zum Preis von 10 Kronen erhältlich. Diese Eintrittskarte enthält selbstverständlich eine Übersicht über die einzelnen zu sehenden markanten Blickpunkte. Auf der Rückseite wird die Geschichte des Tannenberges erläutert. Wir verlassen den Tannenberg und gehen die grün/rote Markierung in Richtung Tollenstein auf dem Asphaltweg in östlicher Richtung bergab. Nach 1 km verlassen wir die grün/rote Markierung und begeben uns an einer Wegabzweigung auf die rote Markierung. Diese ist schwer einzusehen. Sie biegt links ab. 

Kreuzberg & Tollenstein



Ein relativ schmaler Weg führt uns in einer Länge von ungefähr 1km zur Burgruine Tollenstein (Tolštejn).Die Burg Tollenstein wurde zum ersten Mal 1337 erwähnt,seit 1607 gilt die Burg als verlassen. 1642 brannte sie entgültig nieder. Danach trieben in den Ruinen nur noch die Raubritter ihr Unwesen. Ein Aufstieg auf den Basaltfelsen, der sehr gut gesichert ist, lohnt sich hier ebenfalls. Wer die Aussicht auf den Turm des Tannenberges nicht genutzt hat, aus welchen Gründen auch immer, der sollte dies auf dem Tollenstein unbedingt nachholen. Die gastronomischen Angebote sind ähnlich, wie die des Tannenberges. Auch eine Karte mit Rundsichtserklärung ist in der Gaststätte erhältlich.
Zum Abstieg empfehle ich die bergabführende Asphaltstraße, die auf einer Länge von wieder 1 km nach Sankt Georgenthal führt und unterhalb der Kirche wieder nach rechts in die grüne Markierung übergeht. Am Bahnhof Jiřetin angekommen erwartet uns das „Bahnl“ zur Rückfahrt.Am Reisebüro „Reiseeck“ ist unser Wandertag zu Ende.





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