Die Möbelfabrik Richter in Großschönau

In den Jahren 2004–2005 wurde die ehemalige Möbelfabrik Richter, bekannt auch als „Piano Union“ auf der Niederen Mühlwiese abgerissen. Was wurde hier aber eigentlich abgerissen? Verfallene Fabrikgebäude oder geschichtsträchtige Bauwerke? Beides ist richtig! Wer wird sich in einigen Jahren noch an die Geschichte der Gebäude und des Unternehmens erinnern? Dieser Artikel soll ein kleiner Beitrag dazu sein, die Unternehmensgeschichte nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Möbelfabrik Richter – Ein Standort mit Geschichte ist verschwunden Großschönau ist um ein geschichtsträchtiges Bauwerk ärmer geworden. Im Jahre 2004 wurde mit dem Abriss der ehemaligen Möbelfabrik Richter begonnen, der nun abgeschlossen ist. Ziel der Gemeinde Großschönau ist es, diese mittlerweile zum Schandfleck gewordenen Gebäude abzureißen, um ein neues, Großschönau schon immer fehlendes, Ortszentrum zu erschaffen.
Was wurde hier aber eigentlich abgerissen? Verfallene Fabrikgebäude oder geschichtsträchtige Bauwerke? Beides ist richtig! Wer wird sich in einigen Jahren noch an die Geschichte der Gebäude und des Unternehmens erinnern? Dieser Artikel soll ein kleiner Beitrag dazu sein, die Unternehmensgeschichte nicht ins Vergessen geraten zu lassen.

Der Tischlermeister Wilhelm Heinrich Ludwig Barten genannt Richter kaufte am 13. September 1893 das Grundstück mit der Obermühle von Carl Ernst Häbler für 30.000 Mark und legte den Grundstein für die in den folgenden Jahren aufblühende Möbelfabrik Richter.

Wer aber war Wilhelm Barten genannt Richter? Er wurde am 13. April 1865 in Rethwisch bei Bad Doberan in Mecklenburg als uneheliches Kind der Caroline Barten geboren. Recherchen haben ergeben, das sein Vater mit großer Wahrscheinlichkeit der Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg gewesen ist. Die Ähnlichkeit beider Personen ist verblüffend. Wilhelm Barten ging als Jugendlicher zu seiner Tante nach Großschönau, die mit Tischlermeister Richter verheiratet war. Daher nahm er auch nach wenigen Jahren den Namenszusatz „genannt Richter„ an, den er und seine Familie bis zum Jahre 1901 trugen. Anschließend nannten sie sich mit königlich sächsischer Genehmigung nur noch Richter. Da er in die alteingesessene Großschönauer Familie Wenzel einheiratete, wurde die Namensänderung sicherlich auch aus geschäftlichen Gründen vorgenommen. Vermutlich erhielt er von seinem großherzoglichen Vater eine Abfindung, von der er sich als 28 jähriger das Areal der Obermühle kaufte.

Die Obermühle stand bis Anfang 2005 an der Ecke Niedere Mühlwiese – Theodor-Haebler-Straße (Niedere Mühlwiese 13) und war das älteste Gebäude der Möbelfabrik. Richter veränderte die ehemalige Mahl– und Brettmühle zu einer Brettschneidemühle, die seinen Bedürfnissen entsprach, da er schon damals eichene Möbel herstellte. Seine Wohnung bezog er im ersten Stockwerk und richtete sie u.a. mit flämischen Stilmöbeln repräsentativ ein. Neben einem Herrenzimmer und Salon gab es auch einen Wintergarten mit Springbrunnen – ein Novum in der damaligen Zeit.

Nach der Gründung der Möbelfabrik Richter im Jahre 1895 wurde bereits am 27. Oktober 1899 der Grundstein des Fabrikgebäudes auf der Niederen Mühlwiese gelegt. Am Giebel befand sich bis zum Schluss auf der Südseite die Jahreszahl „1900„ und auf der Nordseite die Worte „Mit Gott„ als hoffnungsvolles Zeichen zum Gedeihen des Unternehmens.

Im Jahre 1902 wurde die Fabrik „Für hervorragende Leistungen„ auf der Oberlausitzer Gewerbe– und Industrieausstellung in Zittau ausgezeichnet. Die Produktpalette umfasste in dieser Zeit die Produktion von Herren-, Speise– und Schlafzimmern nach eigenen und vorgegebenen Entwürfen. In der damaligen Zeit wurden viele Villen gebaut, die mit Richter-Möbeln ausgestattet wurden. Durch die stetige Vergrößerung des Unternehmens wurde es erforderlich, die Verwaltung in separate Räume unterzubringen. Zu diesem Zweck wurde im Jahre 1910 an der Kirchstraße ein für damalige Verhältnisse repräsentatives Geschäftshaus errichtet. Da Wilhelm Richter stark in der Großschönauer Kirche engagiert war, ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich auch dort verewigt hat.

Die heute noch vorhandene Altarverkleidung stammt aus seiner Fabrik. Ebenso stiftete er die große Glocke zum Anlass des Fliegertodes seines Sohnes Martin im Jahre 1915. In der Möbelindustrie fand er auch überregional Anerkennung, wie seine Tätigkeiten in verschiedenen Verbänden zeigt:
2. Vorsitzender der Gruppe Möbelindustrie des Wirtschaftsverbandes der Deutschen Holzindustrie im Reichsverband der Deutschen Industrie in Berlin
2. Vorsitzender der Vereinigung der Engros-Möbelfabrikanten Deutschlands (EMD) in Stuttgart
1. Vorsitzender des Verbandes Sächsischer Möbelfabrikanten in Dresden
1. Vorsitzender des Arbeitgeber-Verbandes für das Sächsische Holzgewerbe in Dresden
Durch den Ersten Weltkrieg erlitt die Firma einen Verlust von ca. 200.000 Mark, der aufgrund von Zahlungsausfällen bzw. –verzögerungen der russischen Kunden begründet war. In den 20er Jahren setzte sich die Auftragsflaute durch die Weltwirtschaftskrise und Inflation weiter fort, trotz teilweise lukrativen Aufträgen.

Der ehemalige Großschönauer, nun in New York lebende Theodor Haebler unterstützte das Unternehmen durch ein Darlehen, der auch durch den 15 Wochen andauernden Streik der Belegschaft dringend erforderlich war, um den Konkurs zu vermeiden. Die Rückzahlung musste innerhalb kürzester Zeit nach der Machtergreifung Hitlers erfolgen, da Haebler für diese keine Sympathien zeigte. Durch diese finanziellen Engpässe wurde auch das seit 1920 im Besitz der Familie Richter befindliche Kupferhaus im Jahre 1937 für ca. 40.000 RM verkauft und dafür die Villa „Prof. Krumbholzheim„ unter dem Hutberg für ca. 18.000 RM einige Zeit später erworben. Durch derartige Verkäufe konnte das Unternehmen von der Familie Richter gerettet werden.

Die Produktionspalette umfasste in dieser Zeit nicht nur Möbel der gehobenen Klasse, sondern auch z.B. 1923 die Lieferung von Raumvertäfelungen in Esche in der 1. Klasse des Passagierschiffes „Columbus„ oder die Ausstattung des Reichsluftfahrtministeriums in Berlin mit 4 Meter hohen Eichentüren.

Im Folgenden sind weitere, für das Unternehmen bedeutende, Zahlen und Fakten aufgezeigt.

1919
Am 1. Juli erfolgte die Umfirmierung der Möbelfabrik Wilhelm Richter in „Möbelfabrik Richter OHG„ unter alleiniger Führung von Wilhelm Richter.

1920
Ab 20.04. treten die Geschwister Rudolf und Walter Richter als Gesellschafter in das Unternehmen ein. Das Kupferhaus wurde von der Familie Wäntig erworben, in das Betriebsvermögen einbezogen und von Rudolf und Hildegard Richter bewohnt. In dieses Jahr fiel auch die Gründung der Warnsdorfer Filiale der Möbelfabrik in der Flammergasse 2335 zur Produktion von Möbeln der gehobenen Klasse.

1921
Anfang November wurde in der Obermühle die Brettsäge abgerissen und auf dem „Klötzerplan„, dem Holzlagerplatz, anschließend die Fabrikgebäude an der Theodor-Haebler-Straße erbaut.

1925
Das 50. Geschäftsjahr seit Firmengründung wird feierlich begangen.

1927
Am 7. August bricht ein Brand im Kesselhaus aus, der von der Feuerwehr Großschönau gelöscht wird.

1928
Am 25. Oktober stirbt Wilhelm Richter im Alter von 63 Jahren in Großschönau.

1929
Am 1. Januar wird die „Möbelfabrik Wilhelm Richter OHG Warnsdorf„ unter Geschäftsführung der Geschwister Rudolf und Walter Richter gegründet. Die Mutter Ida Richter wird stille Teilhaberin.

1931
Am 30. Juni scheidet Walter Richter aus der Großschönauer OHG aus.

1934
Am 10. April scheidet Ida Richter, Witwe von Wilhelm Richter, aus der Warnsdorfer Firma aus. Die „Möbelfabrik Wilhelm Richter OHG„ wird in die „Möbelfabrik Richter GmbH„ umgewandelt.

1935
Am 8. Januar bricht in der Werkstatt im ersten Stock ein Brand aus, der von der Feuerwehr Großschönau gelöscht wird.

1937
Am 5. Januar brennt die Entstaubungsanlage und das Kesselhaus ab.
Am 26. August wird die „Möbelfabrik Richter GmbH„ ins aufgelöst und am 29. September die umgewandelte „Möbelfabrik Richter in Großschönau in Sa.„ in das Handelsregister als Einzelunternehmen unter Leitung von Hildegard Richter eingetragen. Prokura erhalten deren Ehemann Rudolf Richter, Richard Schneider und Arthur Pietschmann Hildegard Richter, Alleininhaberin der Möbelfabrik Richter, besitzt eine Einlage von 20.500 RM, nachdem sie die Geschäftsanteile des Gesellschafters Richard Schneider abgekauft hatte. Das Einrichtungshaus der Möbelfabrik Richter in Reichenberg (Liberec) in der Schückerstraße 1, Ecke Markt, direkt gegenüber des Rathauses, wurde gegründet.

1944
Am 26. Oktober werden aufgrund der Kriegsereignisse die Kinder Ida-Maria Freifrau von der Ropp und Martin Richter als stille Gesellschafter in die Firma aufgenommen.

1945
Am 8. Mai stirbt Oberst Rudolf Richter in Warnsdorf. Aufgrund der Vertreibung der Deutschen aus der ČSR ist der Warnsdorfer Betrieb und das Reichenberger Einrichtungshaus verloren.

Im Oktober wurde ein Großteil der Maschinen auf Befehl der sowjetischen Besatzer als Reparationsleistung demontiert und auf dem Großschönauer, später Zittauer Bahnhof zum Abtransport in die UdSSR notdürftig gelagert. Die Maschinen litten dadurch über mehrere Monate sehr stark. In der Zeit vom 6. Oktober bis 20. November bewachte Gottfried Krauspe im Auftrag der Roten Armee die Maschinen auf dem Bahnhofsgelände.

Die Möbelfabrik beginnt die Produktion mit geliehenen Maschinen wieder aufzunehmen. Es werden verschiedenste Möbel, überwiegend Schlafzimmer und Küchen, hergestellt, um den notwendigsten Bedarf zu der Bevölkerung und der vielen Umsiedler zu decken.

1946
Die Produktionslinie umfasst im wesentlichen Küchenmöbel. Die ersten Vorbereitungen für die Produktion von Schlafzimmermöbeln wird aufgenommen.

1947
Der Kutscher Richard Berger verlässt das Unternehmen sowie die Dienstwohnung neben dem Geschäftshaus und macht sich in den Räumen der Brauerei Mahlkuch, Dr.-Külz-Str. 20 als Fuhrunternehmer selbständig. Er fuhr seit Jahrzehnten für die Möbelfabrik mit seinen Fuhrwerken und war auch als persönlicher Kutscher der Richters tätig.

1958
Die Schlafzimmerproduktion erreicht einen Umsatz von 918.500 Mark

1961
Seit dem 1. Januar arbeitet die Möbelfabrik Richter mit staatlicher Beteiligung der VEB Möbelfabrik Wehrsdorf unter Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft.

1962
Durch Investitionen für Neuanschaffungen von Maschinen und Geräten wurde die Produktivität umfassend gesteigert

1963
Am 4. Februar wird Kurt Bächer Betriebsleiter, leitet zusammen mit Hildegard Richter den Betrieb und baut den Export weiter aus.

1967
Inbetriebnahme des Lastenaufzuges zur Arbeitserleichterung. Vorher mussten die Möbelteile über drei Stockwerke transportiert werden. Die Räume, Fußböden und Decken der Gebäude wurden renoviert. Eine neue Trafostation sowie eine Niederspannungsschaltanlage sind in Betrieb genommen worden.

1968
Der Umsatz konnte auf mehr als 2 Mio. Mark gesteigert werden. Innerhalb der letzten 10 Jahre wurden 15 Arbeitsplätze durch Rationalisierungsmaßnahmen des Betriebsleiters eingespart und für andere Tätigkeiten eingesetzt.
Es wurden 1.540 hochglanzpolierte Schlafzimmer des Modells „Sonja„ produziert. Das Möbeldesign war nach sowjetischen Vorbildern ausgerichtet.
Am 2. Dezember fand eine außerordentliche Gesellschafterversammlung statt, in der es um die Vergütung für Hildegard Richter ging. Man wollte ihr das geringe Gehalt von 350 Mark für die vergangenen Jahre ungerechtfertigt aberkennen, da sie sich angeblich 1963 bereits aus der betrieblichen Tätigkeit zurückgezogen hatte. Tatsächlich jedoch war sie teilweise mehr als 10 Stunden pro Tag im Betrieb tätig. Letztendlich wurde ihr ab 1. Januar keine Vergütung mehr zuerkannt, eine Rückzahlung musste jedoch nicht erfolgen.

1969
Ab 1. Juli wurde der VEB Möbelfabrik Wehrsdorf mit der Geschäftsführung der „Möbelfabrik Richter BSB Großschönau„ beauftragt und wurde somit Komplementär. Hildegard Richter als ehemalige Gesellschafterin wurde mit einer Einlage von 206.100 Mark Kommanditistin.
Am 1. November begann Werner Häntsch seine Tätigkeit als Betriebsleiter und ersetzte ab 1970 den bisherigen Betriebsleiter Bächer.

1970
Ab 1. Januar löste der VEB Möbelkombinat Deutsche Werkstätten Hellerau, Betrieb Hainichen – Werk Neugersdorf den VEB Möbelfabrik Wehrsdorf als Komplementär und staatlicher Gesellschafter ab.

1972
Am 12. April verkaufte Hildegard Richter ihren Anteil an den Staat. Der Erlös dieses Zwangsverkaufes wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt, von dem sie nur über einen geringen Bruchteil jährlich verfügen konnte. Der „VEB Möbelfabrik Großschönau„ wurde gegründet. In der Folgezeit wurden diverse Betriebe aufgrund der Enteignung des Privateigentums der DDR angegliedert: Fa. Theilig in Olbersdorf, Glaserei Erichson in Großschönau, Sägewerk Vogt & Kliemann in Großschönau, Möbelfabrik Ernst Schubert in Großschönau, Kaleidoskop-Produktion W. Kley in Großschönau und Fa. Bretschneider in Mittelherwigsdorf. Die Produktionspalette umfasste fast nur Waren für den Export, der seit den 60er Jahren immer bedeutsamer wurde. Z.B. wurden Schlafzimmer und Jugendzimmer für Frankreich hergestellt und über die Firma Tradimex in Paris vertrieben.

1975
Im Unternehmen sind 151, davon 56 weibliche Mitarbeiter, beschäftigt.

1977
Am 23. November verunglückt Betriebsleiter Häntsch mit dem Materialversorger Wolfgang Siegmund bei einer Dienstreise nach Leipzig tödlich. Als neuer Betriebsleiter wird Kurt Winter eingesetzt, der den Betrieb bis zum Ende leitete.

1979
Zur Erholung seiner Mitarbeiter sind Bungalows in Korswandt/Usedom, Feldberg/Mark und auf dem eigenen Betriebsgelände an der Kirchstraße zum Ferienplatzaustausch mit Groß-Koschen vorhanden. Es sind insgesamt 177 Mitarbeiter in den insgesamt 6 Werken beschäftigt. Die Jahresproduktion für den französischen Export umfasste 3.500 Schlafzimmer der Modellreihen „Alicante„, „Seville„ und „Anni„, 1.500 Jugendzimmer „Laura„, 4.000 Schuhschränkchen und 500 Hochschränke „Irene„ im Wert von 1,75 Mio. Valuta-Mark, zu wenig, im Hinblick auf die Exportziele der Planwirtschaft. Frankreich zahlte für das Schlafzimmer „Alicante„ 300,80 Valuta-Mark, die DDR-Bevölkerung 1.585,00 Mark.

1980
Ab 1. Januar wurde der Betrieb dem VEB Piano-Union Leipzig angegliedert und produzierte Bauteile für Pianos (Klaviaturen setzen, Resonanzböden fertigen), da mit der Möbelproduktion kein wirtschaftlicher Betrieb mehr möglich war. In den anderen Betriebsteilen wurden Garderobenspiegel und die bekannten Kaleidoskope hergestellt. Die angehörigen Betriebe produzierten weiterhin Kaleidoskope und Garderobenspiegel aus Fenster– und Floatglas in neun Modellreihen. Am 22. Januar stirbt die langjährige Eigentümerin und Geschäftsführerin der Möbelfabrik, Hildegard Richter, im Alter von fast 84 Jahren in Großschönau.

1987
Die Planungen zur Erweiterungen der Piano-Union wurden aufgenommen, um an der Waltersdorfer Straßen hinter dem angegliederten Sägewerk Vogt & Kliemann, später Gulich, ein neues Werk zu errichten. Die Kirchgemeinde Großschönau als Eigentümer verweigerte aber den Verkauf. Mit der politischen Wende wurde das nicht mehr finanzierbare Projekt verworfen.

nach 1990
Die Piano-Union stellte ihren Betrieb in Großschönau ein. Teile des Betriebes wurden von der Firma „Festor Saxn Tools„ übernommen, die sich mit dem Vertrieb von Werkzeugen ein schnelles Geschäft erhofften. Es wurden Investitionen von 10 Mio. DM und die Beschäftigung von 60 Mitarbeitern geplant. Nach kurzer Zeit wurde dies allerdings verworfen, so dass der Verfall der Gebäude voranschreiten konnte. Später werden vorübergehend Teile der Gebäude als Lager für Webmaschinen des Deutschen Damast– und Frottiermuseums genutzt

2004–2005
Die Gebäude der Möbelfabrik, d.h. die ehemalige Obermühle, die Produktionsgebäude, das Bürogebäude und das Wohnhaus an der Kirchstraße wurden abgerissen, um das Gelände einer neuen Nutzung als Ortszentrum und Marktplatz zuzuführen.

Innerhalb der letzten 100 Jahre erlebte die Möbelfabrik Richter einen großen Aufschwung, der erst durch die Planwirtschaft der DDR, dann durch die Überflüssigkeit in der Marktwirtschaft langsam seinem Ende entgegen ging. In einigen Jahren wird sich kaum einer mehr an die Gebäude erinnern, die damals auf dem zukünftigen Ortszentrum standen. Dieser Beitrag soll der Möbelfabrik Richter als kleines Andenken dienen, sicherlich im Sinne von Hildegard Richter.

Die Möbelfabrik Richter

In den Jahren 2004–2005 wurde die ehemalige Möbelfabrik Richter, bekannt auch als „Piano Union“ auf der Niederen Mühlwiese abgerissen. Was wurde hier aber eigentlich abgerissen? Verfallene Fabrikgebäude oder geschichtsträchtige Bauwerke? Beides ist richtig! Wer wird sich in einigen Jahren noch an die Geschichte der Gebäude und des Unternehmens erinnern? Dieser Artikel soll ein kleiner Beitrag dazu sein, die Unternehmensgeschichte nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Möbelfabrik Richter – Ein Standort mit Geschichte ist verschwunden Großschönau ist um ein geschichtsträchtiges Bauwerk ärmer geworden. Im Jahre 2004 wurde mit dem Abriss der ehemaligen Möbelfabrik Richter begonnen, der nun abgeschlossen ist. Ziel der Gemeinde Großschönau ist es, diese mittlerweile zum Schandfleck gewordenen Gebäude abzureißen, um ein neues, Großschönau schon immer fehlendes, Ortszentrum zu erschaffen. Was wurde hier aber eigentlich abgerissen? Verfallene Fabrikgebäude oder geschichtsträchtige Bauwerke? Beides ist richtig! Wer wird sich in einigen Jahren noch an die Geschichte der Gebäude und des Unternehmens erinnern? Dieser Artikel soll ein kleiner Beitrag dazu sein, die Unternehmensgeschichte nicht ins Vergessen geraten zu lassen. Den ganzen Artikel lest ihr HIER.




SIE WISSEN MEHR ÜBER DIE Möbelfabrik?
Ich bin überzeugt, dass es noch so einiges aus der Geschichte der Färberei zu berichten gibt. Wenn Sie etwas darüber Wissen dann schreiben Sie mir oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Um die Leistungen der Möbelfabrik zu erforschen, ist eine Dokumentation der Produkte geplant. Dazu sind alle ehemaligen Mitarbeiter und Besitzer von Einrichtungsgegenständen der Möbelfabrik Richter aufgerufen, ihre Kenntnisse, Dokumente und Bilder zur Verfügung zu stellen, damit die Dokumentation möglichst umfangreich gefüllt werden kann.

Quelle: Nachrichtenblatt Großschönau, Autor: Ronny Suske, ronnysuske@gmx.de‚Tel.: 0172–9684583

* Bildquellen: Ronny Suske, Frank Schaaf, Sächsische Zeitung, Peter Pachl

(Auf den Bildern: Hildegard Richter, 1975, Richtfest 1910, Geschäftshaus und Firmenhof um 1920, Bilder vor dem Abriss, Luftbild 2004, Ausschnitte aus historischen Postkarten*)




Kommentar von Manfred Hänel 30.12.2016 am 03:40 Uhr
Ich wohnte Niedere Mühlwiese 11 in Großschönau. Mein Freund Rainald Eichler, dessen Mutter Elfriede Eichler als Prokuristin bzw. im Büro der Firma bis in die 50 - er Jahre im Betrieb arbeitete, lebt wie ich ebenfalls in Dresden. Wenn wir uns treffen, reden wir viel über Großschönau und seine " Geschichte". Auch über die der geschichtsträchtigen Möbelfabrik. Eine Frage. Kann es sein, das in der Möbelfabrik Richter auch Möbel für das MS Bremen hergestellt wurden. Dies hatte mir ein ehemaliger Betriebsangehöriger, für den ich oft Schnittholzabfälle mit dem Leiterwagen nach Hause fuhr, erzählt. Ein geschichtlich aufschlussreicher interessanter Kommentar und Bildmaterial. Ich erinnere mich an die Werksgebäude noch so, wie sie auf den Fotos zu sehen sind. Grüße von Manfred Hänel (Dresden).


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