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Gemeinde will Schloss Freistaat überlassenDie Gemeinde Großschönau ist als Eigentümer des Hainewalder Schlosses mit dessen Sanierung überfordert. Auch Hainewalde, wo sich das Schloss befindet, kann diese Aufgabe nicht übernehmen, ebenso der Förderverein zur Erhaltung des Kanitz-Kyaw’schen Schlosses. So ist jetzt die Notsicherung des Ostflügels nur mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und durch Spenden möglich geworden. „Großschönau kann auch langfristig keine Eigenmittel zum Erhalt des Bauwerks bereitstellen. Nach der Hochwasserkatastrophe wird diese Situation noch verschärft“, schildert Bürgermeister Frank Peuker. Durch die massiven Schäden an Bach- und Stützmauern, Brücken, Stegen, Straßen und an öffentlichen Gebäuden sind hier in den nächsten Jahren alle Ressourcen zum Wiederherstellen der Infrastruktur gebunden.
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Das Wasser ist weg, die Erinnerung bleibtDas Hochwasser hat Spuren hinterlassen. Die Schäden sind nicht nur materieller Art. Jeder Betroffene kann seine eigene, ganz persönliche Geschichte jenes Sonnabends erzählen, als Neiße, Mandau, Lausur, Löbauer Wasser, Landwasser und viele andere kleine und größere Bäche über die Ufer traten, Keller, Wohnungen, Autos überspülten. Ich habe das Hochwasser in Großschönau, meinem Heimatort, erlebt. Beängstigend, wie sich die Mandau von Minute zu Minute zu einem reißenden Strom entwickelte, den so noch kein Anwohner gesehen hatte. Schrecklich, als das Wasser bei Nachbarn in die Häuser lief, als die Schaukelbrücke einfach weggerissen wurde... Das Wasser ist weg. Die Erinnerungen bleiben. Und die Hoffnung, dass wir so eine Jahrhundertflut nicht noch einmal erleben müssen.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 23.08.2010 Autor: Matthias Klaus Mandau reißt Schaukelbrücke in Großschönau wegDie bekannte Brücke in Großschönaus Zentrum hatte keine Chance: Innerhalb von zwei Stunden verschwand sie. |
Sanierte Scheune vor dem Einsturz bewahrtUm in die Scheune zu gelangen, sind sie über den Zaun zum Nachbargehöft geklettert – das Wasser hatte schon Geröll und Schlamm vor ihr Tor gespült. Am Flutsamstag waren die Müllers in ihre Werkstatt geeilt, um das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit Freunden stopften sie lange Löcher, durch die das Wasser ins Gebäude drang. „Wie in Kaskaden kam das Wasser vom Feld über die Straße und drückte gegen unsere Scheunenwand“, sagt Peter Müller, Inhaber der Zimmerei, die hier ihre Werkstatt hat. Am Nachmittag mussten sie ohnmächtig zusehen, wie es immer mehr wurde. Gegen 16 Uhr stürzte zuerst die Ecke des Gebäudes ein und sie brachten sich in Sicherheit. Vom Hof aus mussten sie dann miterleben, wie nach und nach zehn Meter der alten Natursteinwand einbrachen. Die kleine Poche neben dem Haus war zum reißenden Bach geworden, hatte die Fundamente untergraben und floß nun auch durchs Gebäude. „Als das dann losging, hat der Bach die 50 Quadratmeter neuen Dielenboden auf einen Schlag um etwa einen Meter angehoben“, ist Müller heute noch beeindruckt. Verzwickter Dschungel aus PapierEs war wohl auf einer Messe, auf der Johann Gottfried Haebler, Damastfabrikant aus Großschönau, Brasilien für sich entdeckte. Nicht das Land, wohl aber die wildromantische Vorstellung, die das Großbürgertum im 19. Jahrhundert damit verband. Wilde Tiere, nackte Ureinwohner, die sich von Baum zu Baum hangeln, undurchdringlicher Palmenwald und geheimnisvolle Flüsse. Haebler holte sich diese Fantasien als Tapete in den Gartensaal seiner Großschönauer Villa. „Les vues du Bresil“ (Ansichten von Brasilien) wurde nach Vorlagen des berühmten Augsburger Malers und Südamerika-Reisenden Moritz Rugendas gestaltet. Bunt bedruckt mit 1693 Holzmodeln aus kostbarem Kirschbaumholz, wie Restauratorin Ulrike Brichzin über hundert Jahre später in dedektivischer Kleinarbeit herausfand. Eine fremde Welt auf 30 Bahnen festem Papier. Flutopfer nimmt Flutopfer aufNachbarn müssen zusammenhalten. Für Uwe Seidel etwas Selbstverständliches. Und so musste der Großschönauer auch nicht lange überlegen, als Gisela Sperlich für sich und ihre Familie ein neues Dach überm Kopf suchte. Uwe Seidel bot den Nachbarn das eigene Ferienhaus als Unterkunft an.
Dabei hatte ihm das Hochwasser selbst übel mitgespielt. Werkzeug und Material seiner Heizungs- und Sanitärfirma waren komplett „abgesoffen“. Uwe Seidel steht vor dem Nichts. „Alles, was wir in über 20 Jahren an Arbeit investiert haben, war in wenigen Stunden vernichtet“, sagt der Großschönauer. Sachsen sagt Damino GmbH Hilfe bei Schadensregulierung zuSachsen sagt Damino GmbH Hilfe bei Schadensregulierung zu 808 Wohn- und Geschäftsgrundstücke betroffenDer Südkurier, Tageszeitung unserer Partnergemeinde Hüfingen, berichtet in seiner heutigen Ausgabe folgendes:
Hüfingen/ Großschönau – Deprimierend war die erste Bilanz, die Frank Peuker, Bürgermeister der Hüfinger Partnergemeinde in Sachsen, am Montag nach der verheerenden Flut gegeben hatte (wir berichteten). Noch viel schlimmer fällt die jüngste Erhebung aus, die Peuker gesternn die SÜDKURIER-Redaktion übermittelte. |
- LAND UNTER IN GROSSSCHÖNAU!!!
- Journalist schreibt über Leute im Grenzgebiet
- Baudenwirt feiert runden Geburtstag
- Wirtin verewigt Musiker auf den Stuhllehnen ihrer Gaststätte
- Bauarbeiten an Talstraße gehen 2011 weiter
- Ostflügel vom Schloss wird notgesicher
- Autodiebe fahren mit Touran, Passat und Audi davon
- Schlosssanierung steht unter Zeitdruck



